News September 11, 2020

Afrikanische Schweinepest erreicht Deutschland

Nicht weit entfernt der polnischen Grenze, im Spree-Neisse-Kreis in Brandenburg, wurde ein totes Wildschwein gefunden. Anhand der amtlichen Analysen war das Schwein mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert.

Die Ruhe vor dem Sturm? - © Michael Migos

Zur Erinnerung: Die Tierseuche ist für Menschen ungefährlich! Dennoch bangt nun auch Deutschland, einer der größten Schweinefleischexporteure Europas, um die Ausbreitung von ASP in den Schweinehaltungsbetrieben.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner bestätigte am 10. 9. 2020 den Erstnachweis dieser Seuche. Nun laufen Krisenmaßnahmen in zwei brandenburgischen Landkreisen (Spree-Neiße und Oder-Spree) an, um eine weitere Ausbreitung einzugrenzen. Im Umkreis von 4 Kilometern um den Fundort soll nun ein Zaun aufgezogen und ein absolutes Jagdverbot ausgesprochen werden, im Radius von mindestens 15 Kilometern soll ein vorläufiges Gefahrengebiet, mit erhöhtem Jagddruck auf Schwarzwild, eingerichtet werden.

Zeigen die Maßnahmen keine Wirkung, können Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland drohen; so hat Südkorea den Import deutschen Schweinefleischs bereits gestoppt. Klöckner warnt aber vor einer Panikmache. Einschränkungen, wie zum Beispiel die Ausfuhr von Schweinefleischprodukten, betreffen bisher nur Betriebe in dem konkreten Gebiet.

Man war sich der möglichen Ausbreitung der Seuche nach Deutschland durchaus bewusst, weshalb Brandenburg bereits letztes Jahr einen 120 km langen elektrischen Grenzzaun zu Polen als Barriere für Schwarzwild aufstellte – offenbar war dieser ohne Erfolg.