News June 5, 2020

Land Salzburg: GPS für Schafe

Vergangenes Jahr fielen zahlreiche Schafe, Ziegen und Kälber Wölfen zum Opfer. Mehr als 20 Stück waren es etwa allein auf der Tofernalm bei Großarl, Pongau, Salzburg. Gerissene Tiere werden oft erst, schwerstverletzt, nach Tagen gefunden. Andere wiederum brechen bei Fluchtversuchen aus der Herde aus; sie zu finden, ist ein schwieriges Unterfangen.

Das Land Salzburg unterstützt GPS-Halsbänder für Nutztiere.  - Das Land Salzburg unterstützt GPS-Halsbänder für Nutztiere. Die Sender an den Halsbändern zeichnen die Bewegungsmuster der Tiere auf und liefern so wertvolle Standortdaten. - © Dürnberger

Das Land Salzburg unterstützt daher GPS-Sender für Schafe. Die Sender sind an Halsbändern angebracht, die den Tieren zu Beginn der Sommer­saison angelegt werden. Die GPS-­Sender zeichnen die Bewegungsmuster der Tiere auf und liefern so wertvolle Standortdaten. Diese Daten kann der Viehbesitzer via Handy-App bzw. direktem Link zur entsprechenden Internet­seite abrufen und so den Standort und die Bewegungen des ­Tieres, dargestellt auf einer Landkarte, einsehen. „Damit ist zwar kein un­mittelbarer Schutz vor großen Beute­greifern, wie etwa dem Wolf, gegeben, wohl aber ist das GPS-System ein hilfreiches Zusatzinstrument, das von der Norm abweichendes Verhalten aufzeichnet und es den Bauern so ermöglicht, bei Beunruhigungen, ausgelöst beispielsweise durch einen Wolfsangriff, rascher davon in Kenntnis zu gelangen“, so DI Bernhard Rinnhofer, Geschäftsführer des Salzburger Landesverbandes für Schafe und Ziegen, im Gespräch mit dem WEIDWERK.

Das Land Salzburg arbeitet mit zwei Firmen zusammen, die die GPS-­Systeme anbieten: das in Bergheim ansässige Unternehmen Qtrack und die Wiener Firma InfoStars GmbH.
Die Akkulaufzeit bzw. die Lebensdauer der Batterien der GPS-Hals­bänder soll zumindest über vier ­Monate betragen und so für die ­gesamte Sommersaison reichen.

Die Kosten pro Halsband belaufen sich etwa auf € 110,– bis € 140,–, das Land Salzburg fördert heuer 600 ­Sender mit € 80,– pro Stück. Pro ­Betrieb werden dieses Jahr maximal drei Geräte gefördert. Die Abwicklung der Fördermaßnahme erfolgt über den Wolfsbeauftragten des Landes Salzburg, Oj. Mag. Dr. Hubert Stock.

„Im Jänner 2020 konnte im Bereich Gastein anhand eines Wildtierrisses Wolfs-DNA nachgewiesen werden. Es handelt sich dabei um jenen Wolf, der letztes Jahr im Bereich Großarl/­Gastein zahlreiche Nutztiere, darunter auch erstmals ausgewachsene Rinder, getötet hat.

Am 23. April 2020 konnte nun der erste Wolfsriss im heurigen Frühjahr nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um ein gerissenes Reh in der Gemeinde Eben/Pongau. Zwei ­weitere Nachweise stammen mittlerweile – unweit der Salzburger Landesgrenze – aus Matrei in Osttirol und aus Gerlos. Nutztiere waren in diesem Jahr noch nicht betroffen, was aber auch damit zusammenhängen dürfte, dass unter der großen Trockenheit im ­heurigen Frühjahr die Vegetation stark gelitten hat und daher die Weidesaison in den Gebirgsgauen erst jetzt langsam beginnt. Aufgrund der rasch ansteigenden Wolfspopulationsdichten rund um Öster­reich gehen wir davon aus, dass dieses Jahr auch in Salzburg ­wieder vermehrt Wölfe auftauchen werden“, erklärt Dr. Stock.

Foto Dürnberger