News 14. Mai 2024

Wild fit für den Wandel machen

NÖ Jagdverband betont zum Tag der Jagd Leistungen der Jägerinnen und Jäger und fordert optimale Rahmenbedingungen für das Handwerk Jagd, um Flora und Fauna klimafit zu machen.

Gams - Das Gamswild gehört zu den Verlierern des Klimawandels: Beim Setzen der Kitze ist das natürliche Futter meist bereits vertrocknet und nährstoffarm. Sie müssen in niedrigere Lagen bis zur Waldgrenze ausweichen. - © Michael Breuer
Das Gamswild gehört zu den Verlierern des Klimawandels: Beim Setzen der Kitze ist das natürliche Futter meist bereits vertrocknet und nährstoffarm. Sie müssen in niedrigere Lagen bis zur Waldgrenze ausweichen. © Michael Breuer

Klimafitte und resiliente Lebensräume für gesunde und artenreiche Wildbestände – das ist das Ziel des Handwerks Jagd. „Um dieses Ziel zu erreichen, übernehmen die Jägerinnen und Jäger Verantwortung für Wildtiere und ihre Lebensräume. Sie üben das Handwerk Jagd aus – und das ehrenamtlich und auf eigene Kosten“, betont Landesjägermeister Josef Pröll anlässlich des Tags der Jagd am 15. Mai. Jägerinnen und Jäger schaffen unter anderem gemeinsam mit der Land- und Forstwirtschaft vielfältige, strukturreiche und bunte Lebensräume, regulieren die Bestände und halten sie gesund, beteiligen sich an Wildtiermonitoring-Projekten, produzieren Wildbret und reduzieren das Risiko von Wildunfällen. „Das verdient höchste Anerkennung“, so Pröll.

Künftige Herausforderungen wie der Klimawandel, wildökologische und Lebensraumveränderungen oder die menschliche Lebensraumnutzung setzen das Wild und die Lebensräume jedoch zunehmend unter Druck. Damit die Jägerinnen und Jäger ihr Handwerk für das Wild weiterhin ausüben und ihrem Auftrag nachkommen können, braucht es daher optimale Rahmenbedingungen, so Pröll: „Basis sind ein offener und sachlicher politischer Dialog sowie wissenschaftsbasierte politische Entscheidungen. Damit gelingt eine ganzheitliche Lebensrauminitiative, die die unterschiedlichen Ansprüche der Nutzer und vor allem des Wildes vereint und eine partnerschaftliche Umsetzung ermöglicht.“

Die Jägerinnen und Jäger können dabei ihre Expertise einbringen: Sie werden umfassend ausgebildet, haben einen ganzheitlichen Blick auf die Lebensräume, erkennen frühzeitig Veränderungen sowie Folgen für Wildtiere und setzen Maßnahmen zur Lösung. Als Lebensraum- und Wildtiermanager sind sie der optimale Mittler zwischen den unterschiedlichen Anspruchsgruppen. „Wir stellen daher Foren zur Verfügung, um Menschen, Ideen und Projekte zusammenzubringen. Unser Ziel ist klar: Lebensräume und Wild fit für den Wandel machen – seien es Veränderungen beim Klima, den Lebensräumen, den Wildtieren oder dem Einfluss durch den Menschen. Denn Wild braucht Lebensraum und Lebensraum braucht Wild – sowie beides auch die Jagd, denn die Jagd ist Teil der Lösung“, unterstreicht Pröll.

Damit die Jagd ihrem Auftrag nachkommen kann, braucht es eine wildgerechte Lebensraumentwicklung und Flächenbewirtschaftung, vernetzte Einstände und Lebensräume, angepasste Bejagungsstrategien, entsprechende Reviereinrichtungen, Äsung und Wildschadensverhütung, eine gute Baumartendurchmischung sowie langfristige Ziele als Kompass für ein nachhaltiges Lebensraum- und Wildtiermanagement. „Dazu braucht es ein gesellschaftliches Bekenntnis zum Nutzen und zur Ausübung der Jagd durch ehrenamtliche, engagierte Menschen, die in ihren Regionen Verantwortung übernehmen und anpacken“, stellt Pröll klar. „Nur mit einem Schulterschluss von Jagd, Land- und Forstwirtschaft, Politik, Forschung, Umwelt- und Naturschutz sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft werden wir unsere Ziele erreichen.“