Reportage

Erlegen: Ja oder Nein?

July 20, 2021 -
Erlegen: Ja oder Nein?

Das Ansprechen von Rehwild und die Entscheidung zum Schuss sind nicht immer einfach. Gerade in der Brunft, wenn ein angeblatteter Bock zusteht und alles sehr schnell geht. Schießen oder nicht schießen? Das ist hier die Frage! – Auflösung des Gewinnspiels im Juli-WEIDWERK.

Schießen, Ja oder Nein? Hat man sich dazu entschlossen, den Bock zu erlegen, könnte dies dennoch aus mehreren Gründen nicht möglich sein:

  • Seht der Bock frei (ungedeckt)?
  • Steht der Bock breit?
  • Ist hinter dem Bock ausreichender Kugelfang vorhanden?
  • Ist ein Schuss hinsichtlich der Weidgerechtigkeit bzw. Jagdethik möglich?

Die Auswahl und die Anforderungen waren groß! – Hier die Auflösung zum Gewinnspiel (WEIDWERK, Juli 2021, S. 10-11):

Bock Nummer 1:

Erlegen: Ja oder Nein?

Erlegen: Ja oder Nein?

Bock Nummer 1: Nicht schießen. – Ein Rehbock, der im Getreide steht und nur Haupt und Träger zeigt. Das Blatt ist nicht zu sehen, die Vegetation ist dazwischen. Man kann da nicht wirklich einen Schuss abgeben. Einen Trägerschuss trägt man nicht an, das ist unweidmännisch.

Bock Nummer 2:

Erlegen: Ja oder Nein?

Erlegen: Ja oder Nein?

Bock Nummer 2: Schießen. – Das ist ein Bock, wo man sich ob des Alters verschätzen könnte. Man könnte glauben, dass es ein Jahrlingsbock ist. Wir aber sind der Ansicht, dass es ein alter Bock ist. Den kann man schießen. Das Blatt ist zwar ein bisschen verdeckt, aber das sind einfach nur Strohhalme. Die sind knapp vorm Wildkörper und werden die Kugel nicht ablenken.

Bock Nummer 3:

Erlegen: Ja oder Nein?

Erlegen: Ja oder Nein?

Bock Nummer 3: Nicht schießen. – Ein Bock, der auf der Wiese steht. Es wäre ein schussbarer Bock, doch es gibt keinen Kugelfang. Im Hintergrund ist ein Waldrand zu sehen, doch Wald ist kein Kugelfang.

Bock Nummer 4:

Erlegen: Ja oder Nein?

Erlegen: Ja oder Nein?

BockNummer 4: Nicht schießen. – Zu sehen ist ein uralter Bock. Er steht allerdings Stich zum Betrachter, daher ist ein Schuss nicht anzutragen, denn das wäre absolut unweidmännisch. Man würde durch den gesamten Wildkörper hindurchschießen und sehr viel zerstören. Zudem wäre es ein Weichschuss. Da besser warten, bis er sich eventuell noch dreht und dann auf’s Blatt schießen. Aber so, wie er hier zu sehen ist, ist es nicht möglich, einen Schuss anzutragen.

Bock Nummer 5:

Erlegen: Ja oder Nein?

Erlegen: Ja oder Nein?

Bock Nummer 5: Schießen. – Der Bock steht ganz leicht Stich, aber wir würden den Schuss wagen. Man muss allerdings aufpassen, wie man den Schuss anträgt, weil die Gefahr auch groß ist, dass man einen Weichschuss zustande bringt. Wenn man auf’s Blatt schießt und der Wildkörper steht schräg, dann hat man garantiert einen Weichschuss, weil durch den Pansen ganz hinten vor dem Schlögel die Kugel wieder austritt. Da muss man auf jeden Fall aufpassen. Der Schuss wäre zwischen dem Betrachter zugewandten Vorderlauf und Brustbereich anzutragen. Wem der Bock zu spitz steht: im Zweifelsfall die Kugel im Lauf lassen.

Bock Nummer 6:

Erlegen: Ja oder Nein?

Erlegen: Ja oder Nein?

Bock Nummer 6: Nicht schießen. – Wir würden ihn auf jeden Fall fertig beschlagen lassen. In dieser Position nicht schießen, das sollte jagdethisch unterlassen werden.

Wir bedanken uns für die zahlreichen Zuschriften, die uns auf den Aufruf hin erreicht haben! Die Gewinner geben wir in August aktuell bekannt.

Und – Welchen Bock haben Sie erlegt?

Titelbild: Dieter Hopf. Bock Nummer 1: Sven-Erik Arndt, Bock Nummer 2: Michael Breuer, Bock Nummer 3: Jörg Fischer, Böcke 4-6: Dieter Hopf