Langzeit-Feldtest: Sako Powerhead Blade – bleifreie Büchsenmunition im WEIDWERK-Praxiseinsatz

Ein neuer Langzeit-Feldtest mit der bleifreien Büchsenmunition Sako Powerhead Blade hat begonnen. Foto Martin Grasberger

Der Umstieg auf bleifreie Büchsenmunition ist in der Europäischen Union im Gange – langsam, aber beständig. Das WEIDWERK widmet sich daher seit Jahren praxisnahen Tests mit alternativer Jagdmunition. Aktuell im Fokus: das bleifreie Deformationsgeschoss Sako Powerhead Blade des finnischen Herstellers Sako. Ein umfassender Feldtest soll klären, ob diese Laborierung jagdlich überzeugt – mit hoher Präzision, starker Tötungswirkung und gleichzeitig minimaler Wildbretentwertung.

Sako Powerhead Blade im Jagdtest

Das Powerhead Blade von Sako besteht aus einer verformbaren Kupferlegierung und punktet mit innovativer Geschosskonstruktion. Merkmale, wie ballistische Kunststoffspitze, Expansionsrillen, Boattail-Heckform und eine exakt definierte Expansionskammer, sollen für zuverlässige Wirkung auf unterschiedliche Wildarten – von Rehwild bis Rotwild – auch auf größere Entfernungen sorgen.

Der WEIDWERK Langzeit-Feldtest dokumentiert präzise jede Schussabgabe – inklusive Schussdistanz, Treffersitz, Fluchtstrecke und Wildbretentwertung usw. Ziel ist eine möglichst objektive Einschätzung der Wirkung bleifreier Jagdmunition im Revier.

Munitionswechsel? Chemische Laufreinigung nicht vergessen

Ein oft unterschätzter Aspekt beim Laborierungswechsel: die chemische Reinigung des Büchsenlaufes. Kupferrückstände können die Präzision massiv beeinträchtigen. Unser Vergleich zeigt: Eine gereinigte Steyr Pro Hunter im Kaliber .308 Win. erzielte mit dem Powerhead Blade einen Streukreis von nur 18 mm – ungeputzt lag dieser bei einer absolut baugleichen Büchse bei 48 mm. Nach der chemischen Reinigung schrumpfte dieser auf 18 mm. An diesem Beispiel sieht man sehr klar, wie wichtig die chemische Reinigung von Büchsenläufen ist – nicht nur nach jedem Munitionswechsel, sondern auch nach einer – je nach Laborierung unterschiedlichen – Anzahl von Schüssen (etwa 50, 60 Schuss).

Empfohlenes Zubehör für die chemische Reinigung des Büchsenlaufes: kugelgelagerter Putzstock, Bronzebürste, kupferlösendes Solvens, Baumwollpatches. Wer unsicher ist, lässt die Reinigung vom Fachmann durchführen – inklusive Einschulung. Hier ein Video, wie es richtig geht:

Schussleistungen im Überblick

Folgende Jagdbüchsen wurden für diesen Langzeit-Feldtest chemisch gereinigt und mit der bleifreien Munition Sako Powerhead Blade auf 100 m eingeschossen:

  • Blaser R8 Ultimate, Kal. .308 Win.
  • Blaser R8 Professional Success Leather, Kal. .300 Win. Mag.
  • Sako 90 Finnlight, Kal. .308 Win.
  • Steyr Gams, Kal. 6,5 Creedmoor
  • Steyr Prohunter, Kal. .308 Win. (2×)

Alle getesteten Laborierungen der Sako Powerhead Blade (unterschiedliche Kaliber und unterschiedliche Geschossgewichte) zeigten hervorragende Ergebnisse „out of the box“. Besonders beeindruckend: das Kaliber .308 Win. mit geringerem Geschwindigkeitsverlust trotz kürzerer Lauflänge. Das BC-Rating (Ballistic Coefficient) von 0,401 (G1) unterstreicht die exzellente Außenballistik.

Testziel: Jagdrealität abbilden

Getestet wird in unterschiedlichen Revieren, auf Entfernungen bis 300 m – praxisnah, aber unter optimalen Bedingungen. Long-Range-Schüsse sind zwar nicht Standard, jedoch Realität im Gebirge. Ziel ist, zu klären, ob die Munition auch bei geringerer Auftreffgeschwindigkeit zuverlässig wirkt.

Der Haltepunkt liegt einheitlich „hart am Blatt“, um vergleichbare Ergebnisse bei Reh-, Schwarz-, Rot- und Gamswild zu erzielen.

Fazit

Die ersten Ergebnisse des Langzeit-Feldtests sind vielversprechend. Das Sako Powerhead Blade überzeugt durch hohe Präzision, kontrollierte Deformation und geringen Wildbretverlust. Im Herbst/Winter 2026 folgt der ausführliche Erfahrungsbericht – mit allen Daten zur tatsächlichen Tötungswirkung im jagdlichen Alltag.

Der gesamte Langzeit-Feldtest mit sämtlichen Details und Ergebnissen kann im WEIDWERK 9/2025 nachgelesen werden.

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