Die faszinierende Biologie des Rehwildes: Setzzeit, Aufzucht & Überlebensstrategien

Ein junges Rehkitz versteckt sich im hohen Gras und blickt neugierig in die Kamera.
Rehkitze nutzen hohes Gras als Schutz vor Raubtieren und Gefahren. Ihre Tarnung macht sie nahezu unsichtbar. © Adobe.Stock/pawlasty

Entdecken Sie spannende Fakten zur Biologie des Rehwildes: Einfluss von Witterung & Stress auf Kitze, Setzverhalten und Schutzmaßnahmen gegen den Mähtod. Jetzt mehr erfahren!

Die Biologie des Rehwildes ist komplex und bringt interessante Fakten hervor: So wirken sich sozialer Stress aufgrund einer unausgewogenen Populationsstruktur und der folglich gestörten Hierarchie negativ auf die ­Anzahl der gesetzten Kitze aus (umweltanalysen.com). Doch nicht nur das, interessant ist auch das Ergebnis einer älteren, langfristigen Datenanalyse aus der Schweiz (H. Müri, 1999): So habe die Witterung des Setzjahres sowie der beiden vorangegangenen Jahre Einfluss auf das Geschlechterverhältnis und die Bestandesdichte der Rehe. Zudem variieren Setztermine und -plätze zwischen männlichen und weiblichen Kitzen. Der Setzzeitpunkt hängt übrigens auch mit der Hauptvegetationszeit zusammen und nicht ausschließlich mit der Tageslänge (D. Hoffmann, 2019).
Rehgeißen wählen zunächst ein geeignetes Setzgebiet, aber Kitze entscheiden schon nach kurzer Zeit eigenständig über ihren genauen Liegeplatz. Kitze bevorzugen dichte Vegetation, die Schutz vor Raubtieren bietet, während Geißen Bereiche nahe an Wäldern oder Hecken auswählen. Straßen und landwirtschaftliche Aktivitäten beeinflussen ebenfalls die Platzwahl (LWF aktuell 3/2024).
Weibliche Rehkitze wiegen bei der Geburt 1,2–1,9 kg, männliche 1,3–2,3 kg. In der Säugezeit nehmen sie täglich 74–207 g zu. Ab der dritten Lebenswoche beginnen sie, Grünfutter zu äsen und wechseln zwischen der siebten und zehnten Woche vollständig auf Pflanzennahrung. Untersuchte Kitze zeigen eine Säugefrequenz, die eine tägliche Milchproduktion von bis zu 1,2 l von der Geiß verlangt, was deren physische Belastungsgrenze darstellt. Bei Verlust eines der Kitze reduziert sie sofort ihre Milchproduktion. Ab dem vierten Lebenstag verhindern die Muttertiere bereits beliebiges Saugen und weichen mit ruckartigen Bewegungen oder kleinen Fluchten aus (F. Kurt, 2002).
Dringlich bleiben jedoch weiterhin die Rettung der Kitze vor dem Mähtod und die Aufklärung der Bevölkerung hinsichtlich des Berührens frisch gesetzter Tiere.

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