Höchste Konzentration. Das Stück passt, der Schuss fällt – und trotz des besten Abkommens liegt das Wild nicht im Feuer. Die Suche nach dem Stück beginnt, und ob der Anschuss leicht zu finden ist oder die Fährte nur wenige Tropfen Schweiß aufweist – eine fachgerechte Nachsuche hat zu erfolgen, am besten mit einem fermen Schweißhund und einem erfahrenen Hundeführer.
Am Anschuss: Beginn der Nachsuche
Oft verläuft die Geschichte einfach: Am Anschuss finden wir sofort Lungenschweiß und gelangen nach wenigen Schritten zum verendeten Stück. Doch nicht immer ist die Spur so eindeutig. Manchmal endet die Schweißfährte bereits nach kurzer Distanz oder es sind nur Bodenverwundungen zu sehen. Wer jetzt ohne Schweißhund unterwegs ist, stößt schnell an seine Grenzen.
Hier kommt Ing. Gernot Schrittwieser, Bereichshundeführer im Bezirk Lilienfeld, ins Spiel. Mit seinen Brandlbracken führt er rund 70 Nachsuchen pro Jahr durch und betont: „Als Jäger sind wir verpflichtet, jeder Schussabgabe eine fachgerechte Nachsuche folgen zu lassen. Ohne geeigneten Jagdhund ist das kaum möglich.“
Das Gespann: Der Hund und sein Führer
Ein ausgebildeter Revierhund bringt die nötige Veranlagung mit – doch erst ein erfahrenes Gespann aus Hund und Hundeführer macht eine erfolgreiche Nachsuche möglich. Schrittwieser empfiehlt regelmäßiges Training:
- erste Kunstfährten mit 9–12 Wochen mit Fährtenschuh und Schleppwild
- Fokus auf Bodenverwundungen und kalte Fährten
- Steigerung von Distanz und Stehzeit bis zu 1.500 m und 24 Stunden
Jeder Erfolg sollte belohnt werden – durch Spielen oder Leckerlis. So entsteht Vertrauen zwischen Hund und Führer.
Grenzen erkennen
Nicht jede Nachsuche ist einfach. Besonders Rehwild stellt Hundeführer vor Herausforderungen: zu wenig Wartezeit, ständiges Aufmüden oder zu frühes Schnallen des Hundes sind typische Fehler. Schrittwieser rät: „Im Zweifel immer einen Bereichshundeführer hinzuziehen – und zwar rechtzeitig.“
Ausrüstung für die Nachsuche
Ein professionelles Gespann ist auch in puncto Ausrüstung vorbereitet:
- Schnitt- und stichfeste Schutzkleidung
- GPS-Geräte für die Nachverfolgung
- Markierungsbänder für Verweiserpunkte
- geeignete Waffen für den Fangschuss
Die Arbeit führt oft durch steiles Gelände oder dichte Brombeerbestände – körperliche Fitness, Erfahrung und Ausdauer sind daher entscheidend.
Als Jäger sind wir verpflichtet, jeder Schussabgabe eine fachgerechte Nachsuche folgen zu lassen. Ohne geeigneten Jagdhund ist das kaum möglich.
Weidgerechtigkeit und Verantwortung
Die Nachsuche ist ein Dienst an der Weidgerechtigkeit. Schrittwieser betont: „Unsere Belohnung ist es, wenn der Hund sein Potenzial ausschöpft und wir das Stück zustande bringen.“ Dabei ist klar: Auch ein Profi-Gespann kann nicht immer erfolgreich sein. Doch wichtig ist, dass die Nachsuche durchgeführt wird – zum Respekt vor dem Wild und im Sinne der Jagdethik.
Fazit
Erfolgreiche Nachsuchen erfordern ein eingespieltes Gespann, konsequentes Training und Respekt vor dem Wild. Jäger, die Verantwortung übernehmen und professionelle Hilfe anfordern, leisten einen wichtigen Beitrag zur weidgerechten Jagd.
Buchempfehlungen zur Nachsuche
- Wie man einen Schweißhund macht – Fischer, H., Verlag Neumann-Neudamm, ISBN 978-3-7888-2068-8
- Schweißarbeit – Richter, K., Österreichischer Jagd- und Fischerei-Verlag, ISBN 978-3-9254-5650-3
Foto Jakob Wallner