Reportage

Aug' in Aug' mit Bock und Bär

1. Juli 2019 -
Hinter der Trophäe und den Lauschern ist besondere Akribie beim Auftragen des Hautklebers gefordert. - © Barbara Marko
© Barbara Marko

Wer ist dieser Daniel Schwarz, der sich mit Leib und Seele dem Handwerk der Tierpräparation verschrieben hat? Der gewaltigen Wildtieren mit Skalpell und Pinsel Leben einhaucht? Das erste Stück präpariert Daniel im zarten Alter von 10 Jahren, mit 20 Jahren macht er sich selbstständig. Heute ist Daniel bereits international gefragter Tierpräparator. Dem WEIDWERK hat er exklusive Einblicke in seine Werkstatt gewährt!

Man braucht eine extreme Leidenschaft, um das zu machen“, erklärt Daniel Schwarz, als er uns durch den Betrieb seiner Großeltern führt. Wir sind zu Gast bei dem 22-jährigen Tierpräparator in Großwetzdorf im Bezirk Hollabrunn, Niederösterreich. Er arbeitet gerade an dem Vorschlag­präparat eines Reh­bockes, und wir schauen ihm einen Vormittag lang über die Schulter.

Es ist ein uraltes Handwerk, dem er sich mit Leib und Seele verschrieben hat. Was veranlasst aber einen jungen Menschen, sich heute mit Tierpräparation zu beschäftigen? Und was Jäger, ihre Gams, Muffelwidder, Steinböcke und Rothirsche aus allen Ecken Europas, ihre Oryx, Impalas und Streifen­gnus aus Afrika, kasachische Marale, Bären und Elche aus allen Ecken der Welt auf direktem Weg nach Großwetzdorf einfliegen zu lassen?

Im Februar 2018 erregte der junge Niederösterreicher weitreichende Aufmerksamkeit, als er bei der Europameisterschaft der Präparatoren, die im Zuge der Fachmesse „Die Hohe Jagd & Fischerei“ in Salzburg über die Bühne ging, mit dem Vorschlagpräparat eines Rothirsches den zweiten Platz belegte. Zwar in der Profikategorie, weswegen er sich nicht als Vizeeuropameister bezeichnen darf – das ist den Teilnehmern der Meisterkategorie vorbehalten –, doch wer mit 20 Jahren überhaupt in der Profikategorie antritt und nicht etwa bei den Anfängern, muss schon Mut haben. Und Vertrauen in das, was er tut. Der Hirsch war allerdings nicht sein erstes Präparat, verrät er. Wie viele er vorher schon gemacht hat? „Kann ich nicht so genau sagen, ungefähr zweihundertfünfzig bis dreihundert“, so Daniel.

In der Werkstatt zu Hause

Daniel Schwarz ist mit dem Präparieren aufgewachsen. Der erste Weg nach der Schule führte stets in die Werkstatt des Großvaters. Sein erstes eigenes ­Präparat, ein Murmeltier, fertigte er im zarten Alter von 10 Jahren an. Zehn Jahre später, am 1. April 2018, machte er sich mit gerade einmal 20 Jahren selbstständig. In den nächsten zwei Jahren plant Daniel eine Expansion in ein neues Geschäftslokal, sodass er eine eigene Werkstatt beziehen kann. Momentan geht er seiner Arbeit übergangsweise noch in den Räumlichkeiten des großelterlichen Betriebes nach. Hier, wo er so viel gelernt hat, lässt er das Handwerk des Großvaters weiterleben – auch wenn Daniel heute einiges ­anders macht. Um sein Können zu ­perfektionieren, hatte der junge Nieder­österreicher vor dem Schritt in die Selbstständigkeit einige Zeit im Ausland verbracht: 14 Monate in Deutschland, gefolgt von einem halben Jahr in Holland.

Bei der Führung durch die Räumlichkeiten des Betriebes der Großeltern treffen wir in hohen Holzregalen auf fein säuber­lich aneinandergereihte ­Geweihe, Präparate und Modellformen verschiedenster Wildtiere. Wir passieren den Platz, an dem Trophäen ausgekocht werden, und steigen schließlich, einmal ums Eck, drei Stufen in die Werkstatt hinab. Dieser 50–60 m² große Raum gehört ebenfalls zum Betrieb der Großeltern; einen Teil der Werkstätte nützt Daniel aber für seine Arbeit und fertigt hier mit viel Liebe zum Detail Präparate aus erlegten Wildtieren.

Konservierte Erinnerung

Hier haucht er den Stücken, die ihm seine Kunden anvertrauen, Leben ein, konserviert so die Erinnerung an erlebte Jagden, Birschen und Ansitze. Ein­getreten ins „Künstleratelier“, passieren wir ein 4,70 Meter langes Krokodil auf dem Betonboden, das wie zum Angriff bereit das Maul aufreißt und dabei unzählige spitze Zähne ­blitzen lässt. Vorbei an vier Elefantenfüßen; „Barhocker“, scherzt Daniel, und diversen Vorschlagpräparaten, etwa von einem Keiler, einem Gamsbock, zahlreichen Dam- und Rothirschen, einem Büffel und, dicht aneinandergereiht, vier Steinböcken; von der Decke baumeln einige gegerbte Felle, die von Schnüren zusammengehalten werden – allesamt Arbeiten des großelterlichen Präparationsbetriebes. Nun sind wir in Daniels eigenem Bereich angelangt. Sogleich erblicken wir die sorgsam eingesalzene Decke eines Rehbockes auf dem Boden. Durch das Salz werde der Rehdecke ­einige Tage lang die Feuchtigkeit entzogen, ehe sie zum Gerber gebracht werde, erklärt Daniel. Ein notwendiger Schritt, um die Haut für das weitere ­Präparieren vorzubereiten. An den beiden Längsseiten der Werkstatt befinden sich Arbeitsflächen, darauf Tuben, Pinsel, Pinzetten oder Nadel und Zwirn ­Daniels Werkzeuge –, unter einem Tisch stehen Kübel, darin etwa Hautkleber, mit dem er das gegerbte Cape (Decke) eines Stückes am Modell be­festigt. Für diese Arbeit ziehe er Handschuhe an, den Großteil der Arbeitsschritte führe er bevorzugt mit bloßen Händen durch, sagt er.

Die Werkstatt ist dank einer Tür mit großer Glasscheibe und zwei quadratischen Fenstern links und rechts davon mit Licht durchflutet, die Neonröhren an der Decke sind bei Tages­licht beinahe überflüssig. Das Modell jenes Rehbockes, an dem Daniel gerade arbeitet, ist noch nicht fertig. Die weiße Form hat er an einer Holzplatte fixiert (an dieser wird das Vorschlagpräparat, wenn es fertig ist, an der Wand befestigt) und an einem Eisengestell in einer Höhe montiert, die ein angenehmes Arbeiten ermöglicht.

„Meiner Meinung nach ist die ­Vorarbeit – das Abziehen der Haut, das Spalten der Lippen, der sorgfältige ­Umgang mit dem Windfang, den Augen­lidern oder den Lauschern – einer der wichtigsten Punkte der gesamten Arbeit.“ Man könne natürlich auch rasch, rasch zu Werke schreiten, doch laufe man so Gefahr, der Decke des Stückes unnötige Schnitte zuzu­fügen, was nur die weitere Präparationsarbeit verkompliziere: „Dann habe ich mindestens zehn Löcher drin, das heißt, zehn Nähte und damit sichtbare Punkte“, erklärt Daniel, während er mit einem scharfen Messer eine zentimeterdicke Scheibe Knetmasse von einem Block abschneidet. Dann rollt er die Masse mit den Fingern und modelliert damit die Partie rund um die Seher des Rehbock-Präparats. Als Nächstes widmet er sich der Nasen- und Wangenpartie. Vorsichtig träufelt Daniel etwas Wasser auf die Masse, um sie geschmeidiger zu machen, und bringt sie gekonnt mit dem Daumen in Form. Aus einem weiteren Stückchen Knetmasse formt der Präparator zwei gleich große Ringe und platziert sie auf der oberen Region des Rehbock-Hauptes; das werden die Lauscheransätze. Die Lauscher selbst liegen fertig vorbereitet auf dem Tisch; die Faserspachtelmasse, mit der er sie ausgefertigt hat, brauchte Zeit zum Trocknen. Der Duft dieser Masse liegt noch in der Luft.

„Meiner Meinung nach ist die ­Vorarbeit – das Abziehen der Haut, das Spalten der Lippen, der sorgfältige ­Umgang mit dem Windfang, den Augen­lidern oder den Lauschern – einer der wichtigsten Punkte der gesamten Arbeit.“

Die Natur als Vorgabe

Womit Daniel eine Schwierigkeit seiner Tätigkeit auf den Punkt bringt: den Präparaten den richtigen Ausdruck zu verleihen. Er schafft das, ­speziell bei Vorschlagpräparaten, mit einer ­gedrehten Brust, sprich, das ­Präparat hängt letzten Endes zwar ­gerade von der Wand, den Brustbereich dreht Daniel aber gekonnt zur Seite, um das Haupt schließlich wieder nach vorn ragen zu lassen. Auf diese Weise würde ein ­Präparat eine ganz besondere Dynamik erhalten, die durch einen angedeuteten Vorderlauf noch ver­stärkt werden kann. „So schafft man eine Lebendigkeit, die ein herkömmliches, vollkommen ,gerades‘ Prä­parat in den meisten Fällen nicht hat“, weiß der 22-Jährige.

Eine weitere Herausforderung seien schlecht vorpräparierte Bestandteile. Etwa von Mäusen angefressene Lauscher. Wie geht man in so einem Fall vor? „Erst einmal fluchen“, grinst er. „Mir selbst ist das Gott sei Dank noch nicht passiert. Aber du musst dann eben versuchen, dass du den ­Lauscher irgendwie nachbildest. Wenn du dann das Endprodukt siehst und es schaut gut aus, macht das Freude. Für mich ist das Schöne an dem Beruf das ­detailreiche Arbeiten!“ Je nuancierter er ­arbeite, desto größeren Spaß ­bereite es ihm. Da gehöre auch dazu, dass er im Fernsehen – anstatt etwa eines ­Fußballspiels – eine Naturdokumentation ansehe. So betrachte man Tiere in ihrem natür­lichen Habitat und könne auf ihre ­Bewegungen und Mimik achten.

Unsere Blicke in der Werkstatt bleiben an ausgedruckten Fotos eines Büffels haften; jede Aufnahme fokussiert ein anderes Detail des Hauptes. Daniel erklärt, anhand derartiger Bil­der orientiere er sich beim Prä­pa­rie­ren – der Windfang, die Pu­pillen, Här­chen an den Lauschern; die Natur als Vorgabe.

Das Präparieren sei in Österreich ­übrigens ein freies Gewerbe, erzählt er. In einer Präpara­tions­werk­statt eine Lehre zu absolvieren, um das Handwerk zu erlernen, sei keine Prämisse. „Jeder, der möchte, kann sich auf der Wirtschaftskammer als Präparator eintragen lassen.“ Daniel sieht das nicht nur positiv, da so jeder einfach behaupten könne, er sei Präparator. Wenngleich der Umstand ihm selbst zugute gekommen ist, da er das Metier von Kindes­beinen an inhaliert hat. In einer Lehre hätte er die meiste Zeit Tätig­keiten ausführen müssen, die er bereits als Bub beherrschte.

Bei der Europameisterschaft der Präparatoren belegte dieses Vorschlagpräparat den zweiten Platz . - © Barbara Marko
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Wo Jagderlebnisse zu bleibenden Erinnerungen werden: Die Werkstatt in Großwetzdorf, NÖ. - © Barbara Marko
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Die Arbeitsfläche bietet Platz für Feinarbeiten. - © Barbara Marko
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"Das Haut-Abziehen, Windfang, Augen­lider oder Lauscher sind wichtigsten Punkte,“ so der Präparator. - © Barbara Marko
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Einige Handgriffe noch, dann wird das Cape über das Modell gestülpt und das Präparat finalisiert. - © Barbara Marko
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Damit die Lauscher die naturgetreue Form behalten, bedarf es der Ausfertigung mit Gipsmasse. - © Barbara Marko
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Die Seher des Rehbocks sind in Position, nun gehört die Partie rundherum mit Knetmasse modelliert. - © Barbara Marko
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Präparator Daniel Schwarz beim Modellieren der Gesichtspartien eines Rehbock-Vorschlagpräparats. - © Barbara Marko
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Hautkleber auf dem Modell stellt sicher, dass das gegerbte Cape (Decke) eines Stückes gut haftet. - © Barbara Marko
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Beim Überstülpen des Capes ist höchste Konzentration gefordert! - © Barbara Marko
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Hinter der Trophäe und den Lauschern ist besondere Akribie beim Auftragen des Hautklebers gefordert. - © Barbara Marko
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Hohe Ansprüche

In seiner Arbeit hat Daniel sich auf Großsäugetiere spezialisiert. Nur, wenn man sich auf einen konkreten Bereich festlege, auf den man seinen Fokus richte, könne man Ergebnisse erzielen, die ihresgleichen suchen. In seinem ­Bereich der großen Säuger bietet der Präparator Trophäen, Schulter- und Vollmontagen an. „Das umfasst in unseren Breitengraden alles ab dem Rehbock“, erläutert er. Daneben Muffel-, Gams-, Sika-, Dam-, Rot- oder Schwarzwild.

„Ich präpariere aber auch viele afri­kanische Tiere, dabei auch kleinere“, so Daniel. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs sind zwei Kisten voller exotischer, zu präparierender Tiere auf dem Weg nach Großwetzdorf, eine aus Namibia und eine aus Südafrika. Darin ent­halten: ein Eland, ein Oryx, ein Streifengnu, ein Hartebeest, ein Warzenschwein, ein Kudu und ein Impala.

Es ist ein hoher Anspruch, den der 22-Jährige an sich und jedes Stück Wild, das er präpariert, stellt: mindestens 80 Punkte zu erreichen, würde er es bei einem Wettbewerb ­einreichen. (Höchstpunktezahl bei Wettbewerben sind 100 Punkte, Anm.)

One-Man-Army

Und wie ist Daniels Herangehensweise an ein zu präparierendes Stück Wild? Wie sieht ein Tag im Leben des Präparators aus? „Das kann ich pauschal gar nicht sagen; wirklich planen kann ich meine Woche nicht. Ich kann mir zwar vornehmen, welche Präparate ich mache, aber ich weiß nicht, wann ich sie mache und wie lange ich dafür brauche. Ich bin eine One-Man-Army“, erklärt er, „was ich allein mache, teilen sich in anderen Betrieben vier Leute: Buchhaltung, Kundenkontakt, Schriftverkehr, Rechnungen, Social Media usw. Das Präparieren ist dabei als ein Tätigkeitsfeld zu sehen, dazu kommen das Auskochen, das Montieren auf Schilder, das Abziehen u. v. m.“

Wenn man weiß, dass man ein erlegtes Stück präpariert haben möchte, sollte man entsprechend vorsichtig damit umgehen. Zudem muss das Wild möglichst rasch in die Kühlung gelangen, beginnen doch die Bakterien innerhalb kürzester Zeit zu arbeiten. „Sind sie einmal in der Haut und im Leder, hast du eine ,lassige‘ Haut, also gehen die Haare aus.“

Da heiße es, flexibel zu bleiben. „Es kann also sein, dass ich an einem Stück arbeite, ein Kunde anruft und ich einen Rehbock abholen soll. Oder es bringt jemand einen Rehbock vorbei. Da muss ich natürlich schauen, dass ich den so schnell wie möglich versorge, ihn abziehe und einsalze. Von daher ist mein Arbeitstag nicht zu planen.“ Schwarz nutzt die Social-Media-­Plattformen Instagram und Facebook, erreicht damit bestehende, aber auch neue Kunden. Auf Instagram lässt er seine Follower gerne mittels Story-­Funktion oder Timelapse-Video (Zeitraffer) am Arbeitsprozess teilhaben. Postet er ein Bild eines fertigen ­Präparats, laufe das Handy heiß – ­Anfragen für Präparate, sagt er. Klar, nicht aus jeder Online-Unterhaltung resultiere ein Auftrag, dennoch sei der Kontakt zu vielen guten Kunden über die sozialen Netzwerke entstanden.

Was war das Beeindruckendste, das er bis dato präparieren konnte? „Das Außergewöhnlichste“, zögert er keine Sekunde, „war ein Gorilla für ein Museum in Oberösterreich. Das war eine einmalige Gelegenheit.“ Als größte lebende Primaten, aus der Familie der Menschenaffen, seien Gorillas ob ihres wuchtigen Körperbaus von einer Imposanz, an die man sich sein Leben lang erinnere.

Erlebnisse werden zu Kunst – natur­getreu und be­ständig. Dafür ­stehe ich mit ­meiner ganzen Leidenschaft.

Bestseller

„Von dem, was ich mache, ist das Auskochen am meisten gefragt; sprechen wir von Präparaten, ist es das Vorschlag­präparat.“ Die Anfragen seien so unterschiedlich wie die Menschen dahinter: „Es gibt Jungjäger, die sich den ersten Knöpfler präparieren lassen. Von 50 Leuten macht das einer. Bei einem Muffel ist es wieder um­gekehrt. Wenn 50 Leute einen guten Muffel ­erlegen, möchten ihn 45 präpariert haben.“

Zur Preisgestaltung am Beispiel eines Rehbockes: Auskochen: € 30,–; Auskochen inkl. Montage auf Eichenlaub oder Barock: € 66,–; Vorschlag­präparat: etwa € 550,–. „Seitlich gedreht mit angedeutetem Vorderlauf macht natürlich einen gewissen Mehraufwand. Bei einem Rehbock hält sich das zwar in Grenzen, aber bei größerem Schalenwild macht es einen Unterschied.“ Summiere man die Stunden vom er­legten Stück bis zum fertigen Präparat – Abziehen der Decke, Ein­salzen, Transport in die Gerberei usw. – kämen etliche Stunden zusammen.

Mittlerweile hat unser Rehbockpräparat richtig Gestalt angenommen. Daniel ist jetzt doch noch in dünne, weiße Einweghandschuhe geschlüpft. Es ist Zeit, den Hautkleber auf das ­Modell aufzutragen, dem Rehbock das Cape überzuziehen und auf dem Rücken zuzunähen. Mit Nadel und Zwirn setzt der Präparator konzentriert, in 2–3 mm Abstand, eine große Anzahl enger Stiche, beginnend zwischen den Rosen. Das Nähen zwischen den Stangen ­gestaltet sich bei dem vorliegenden Rehbock schwierig, denn die Rosen­stöcke sind eng beisammen und sitzen tief. Aber Daniel lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. „Klar könnte es schneller gehen; es würde auch halten, wenn ich weniger Stiche mache und diese weiter auseinander setze“, weiß er. Doch das sei eben nicht seine Arbeitsweise, das wider­strebe seiner Einstellung. Schließlich bringt er noch den Windfang, die ­Lichter und die Lauscher in Form. Rund um die Lichter fixiert er das Cape mit zahlreichen bunten, ­dünnen Nadeln; die Lauscher werden vorerst von langen Metallstäben in Form gehalten, bis der Hautkleber fest geworden ist. Dies wird einige Stunden dauern, fertigstellen wird Daniel das Rehbock-­Präparat etwas später an ­diesem Tag.

Zukunftspläne

Nächstes Jahr findet die nächste Europa­meisterschaft der Präparatoren statt. Da werde er mitmachen, lässt er uns wissen, jedoch nicht mehr in der Profi-, sondern in der Meisterkategorie. Zwei Jahre später reize ihn die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Sein erklärtes Ziel: erst Europameister werden, dann Weltmeister! Wenn alles nach Plan läuft, hat Daniel dann bereits alles erreicht, was es in der Branche zu erreichen gibt. Er wäre dann 25.